Wissen: Prüfung
Die praktische Motorradprüfung: Ablauf, Dauer, Wiederholung
Kaum etwas macht nervöser als die praktische Prüfung – meist, weil niemand genau erklärt, was da eigentlich passiert. Hier steht es: nüchtern, vollständig, beruhigend konkret.
Was fragt der Prüfer bei der Abfahrtkontrolle?
Vor der Fahrt prüft der Prüfer stichprobenartig, ob du dein Fahrzeug kennst. Typische Aufgaben: Reifen (Profiltiefe, Luftdruck, Beschädigungen), Kette (Spannung, Schmierung), Bremsen (Hebelspiel, Bremsflüssigkeitsstand), Beleuchtung durchschalten, Lenkung und Not-Aus-Schalter zeigen. Das lernst du in den Fahrstunden nebenbei – und die wichtigste Entwarnung: Eine unsichere Antwort ist kein Durchfallgrund. Die Abfahrtkontrolle ist Teil der Gesamtbewertung, kein K.-o.-Kriterium. Wer drei, vier Punkte sicher erklären kann, ist gut vorbereitet.
Wie lange dauert die praktische Motorradprüfung – und wie läuft sie ab?
Die Prüfung dauert 70 Minuten (A1, A2 und A – auch bei der Erweiterung vom Auto), davon mindestens 30 Minuten reine Fahrzeit; nur die Aufstiegsprüfung (A1→A2, A2→A nach zwei Jahren) ist mit 60 Minuten kürzer (Anlage 7 FeV). Der Ablauf: Begrüßung und Abfahrtkontrolle, dann die Grundfahraufgaben (z. B. Slalom, Gefahrbremsung, Ausweichen – beim Direkteinstieg sechs, beim Aufstieg vier Aufgaben), anschließend die Prüfungsfahrt im Verkehr. Du fährst dabei vorneweg – der Prüfer folgt im Auto zusammen mit deinem Fahrlehrer und gibt dir die Strecke per Funk an. Nachfragen ist erlaubt und kein Fehler. Das Ergebnis bekommst du direkt im Anschluss.
Welche Kleidung muss ich zur Prüfung tragen?
Ohne vollständige Schutzkleidung findet die Prüfung nicht statt – die Prüforganisationen (TÜV | DEKRA) verlangen: passenden ECE-Helm, Motorradhandschuhe, Motorradjacke, Motorradhose, Rückenprotektor (sofern nicht in der Jacke integriert) und Motorradstiefel bzw. hohes, festes Schuhwerk mit Knöchelschutz. Das ist eine Prüfungsanforderung, kein allgemeines Gesetz (auf der Straße ist nur der Helm vorgeschrieben) – aber einzelne Prüfstellen legen die Liste durchaus streng aus: Jeans ohne Protektoren oder Sneaker können zur Absage führen. Dieselbe Ausrüstung brauchst du übrigens schon in jeder Fahrstunde – spätestens zur Prüfung sollte sie also längst deine eigene sein.
Was sind die häufigsten Durchfallgründe bei der Motorradprüfung?
Vorweg: Bei den Motorradklassen bestehen die meisten – Durchfallen ist die Ausnahme, nicht die Regel. Wenn es passiert, dann meist aus einem dieser Gründe: Fehler bei den Grundfahraufgaben (Fuß absetzen im Slalom, umgeworfene Pylonen, zu zögerliche Gefahrbremsung – wobei du bis zu drei Aufgaben je einmal wiederholen darfst), fehlende Blicktechnik (der vergessene Schulterblick beim Spurwechsel und Abbiegen ist der Klassiker), Vorfahrt- und Ampelfehler unter Nervosität – und, oft unterschätzt: zu zögerliches Fahren. Wer aus Angst vor Fehlern deutlich zu langsam fährt und den Verkehr aufhält, zeigt dem Prüfer keine sichere Fahrweise. Die Konsequenz für die Vorbereitung: Grundfahraufgaben bis zur Langeweile üben, den Schulterblick zur Gewohnheit machen – und erst antreten, wenn dein Fahrlehrer dich für prüfungsreif hält, nicht wenn der Kalender drängt.
Wird die praktische Prüfung bei Regen verschoben?
Grundsätzlich nicht – bei normalem Regen wird gefahren. Die Prüfer wissen, dass nasse Fahrbahn andere Maßstäbe setzt, und bewerten entsprechend: längere Bremswege, angepasstes Tempo und defensives Fahren sind dann kein Minus, sondern genau richtig. Verschoben wird bei echten Gefahrenlagen – Gewitter, Sturm, Glätte oder Schneefall; die Entscheidung treffen Prüforganisation und Fahrlehrer, und aus einer solchen Verschiebung entsteht dir kein Nachteil. Der praktische Rat: Plane die Prüfung nicht zwanghaft um den Wetterbericht herum. Wer in den Fahrstunden auch bei Regen geübt hat, fährt die Regenprüfung genauso sicher – und profitiert manchmal sogar davon, dass bei schlechtem Wetter weniger Verkehr unterwegs ist.
Wie oft darf ich die Prüfung wiederholen – und was passiert nach dem Durchfallen?
Zuerst zur Einordnung: Bundesweit fällt über alle Klassen gerechnet rund ein Viertel der praktischen Prüfungen durch – bei den Motorradklassen sieht es deutlich besser aus. Die meisten Motorradschüler bringen bereits Führerschein- und Verkehrserfahrung mit und beherrschen die Regeln; bei Klasse A bestehen in den meisten Fahrschulen rund 90 Prozent die praktische Prüfung. Und falls es dich doch erwischt: Es sagt nichts über deine Zukunft als Motorradfahrer aus. Die Regeln: Du darfst beliebig oft wiederholen – die Geschichte von der Sperre nach drei Versuchen ist ein Mythos, den es in der FeV nicht gibt (§ 18). Zwischen den Versuchen liegt eine Wartefrist von in der Regel mindestens zwei Wochen. Jeder neue Versuch kostet erneut Prüfgebühr und Vorstellungsentgelt. Eine Frist solltest du im Blick behalten: Deine bestandene Theorieprüfung gilt nur 12 Monate – wer die Praxis zu lange aufschiebt, muss auch die Theorie neu machen.
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